Wer die Wahl hat, hat die Qual. Fiat-Fans können beim Thema Klein(st)wagen aus den Vollen schöpfen. Das ist de facto ein Pluspunkt der Italiener, die weltweit auf Erfolgskurs sind. Vielleicht ist die Traditionsmarke auch deswegen im Stellantis-Konzern eine der vier „Prio-Marken“ (aus insgesamt 14), um deren Zukunft man sich keine Sorgen machen muss. Die Absatzzahlen stimmen. Auch in Deutschland, trotz des bestehenden Mini-Portfolios.
Fiat 500 Hybrid (2026)
Drei Fiat-Modelle nah beieinander
Es gibt aktuell den Fiat Pandina (ehemals Panda genannt), den Fiat Grande Panda (2025 neu) und den Fiat 500 (seit 2020) – hinzu kommt der 600er, das war es. Den erstgenannten gibt es nur als Verbrenner, nur mit einem Motor. Das aber reicht aus, um viele Menschen glücklich zu machen. Und das, obwohl der Fiat Pandina mittlerweile 14 Jahre auf dem Buckel hat und stets bloß an die gesetzlichen Vorgaben angepasst wurde. Kein Wunder, dass man in Italiens Kleinstädten kaum mit dem „Panda-Zählen“ hinterherkommt. Der 3,69 Meter kurze und 1,72 Meter schmale Wagen erfüllt die Mobilitätsbedürfnisse generationsübergreifend – nach wie vor. Und das nicht nur wegen des vergleichsweise günstigen Preises. Ab 17.000 Euro (brutto, dann mit Radio) geht es los. Der Fiat Pandina wird übrigens ausschließlich in Europa angeboten und im Fiat-Werk Pomigliano d'Arco (Süditalien) produziert.
Der Grande Panda steigt seit einem Jahr etwa 2.000 Euro darüber ein. Anstelle von 65 Sauger-PS gibt es direkt 100 Turbo-PS, gut 30 Zentimeter mehr Länge und fünf Zentimeter mehr Breite. Der Grande Panda wird bislang ebenfalls nur in Europa angeboten, das „Einzugsgebiet“ soll sich aber in den kommenden Jahren erweitern, denn das geräumige 4-Meter-Auto kann in vielen Regionen der Welt als Erstauto fungieren. Ist der Fiat Pandina niedlich, meinen manche, der Fiat Grand Panda sei cool.
Fiat hat sich verkalkuliert
Wer jedoch Stil im Kleinstwagensegment haben will, muss schon seit fast zwei Jahrzehnten zum kleinsten Fiat greifen. Der Fiat 500 erschuf praktisch dieses „Haben-will-Segment“ im Jahr 2007. Er wurde allerdings aus diversen Gründen vor zwei Jahren eingestellt und bei Fiat hoffte man, dass der 2020 neu gestartete Fiat 500 Elektro die 500er-Fans in Empfang nehmen konnte. Einige taten das, aber längst nicht genug.
Wurde 2020 noch dementiert, dass der „neue“ Fiat 500 (Elektro) jemals als Benziner zu haben sein würde, hat man sich bei Fiat, angesichts der aktuellen Lage, anders entschieden. Der Fiat 500 Hybrid ist seit Anfang 2026 ab 20.000 Euro zu haben. Als Antrieb fungiert der kleine Einliter-Sauger aus dem Fiat Pandina. 65 PS und unter 100 Newtonmeter Drehmoment muten aus einer anderen Automobil-Ära an. Wir fuhren den Fiat 500 Hybrid in und um das bergige Como.
Fiat 500 Hybrid: Leistung ist nicht alles
Erster Eindruck: Warum bitte hat ein Automobil, das nur 155 km/h „schnell“ ist, sechs Vorwärtsgänge? Auch nach den ersten Kilometern leuchtet das nicht unbedingt ein. Den sechsten Gang benötigt man nämlich nie. Zackig flutschten jedoch alle anderen durch die H-Schaltung und es fühlt sich an, als sei das schon immer genau so gewollt. Die ersten beiden Gänge sind kurz ausgelegt, sodass man flott in Fahrt kommt und gut im Verkehr mitschwimmen kann. Klar, an Überholmanöver sollte man nicht einmal denken. Dieses Leistungsdefizit entspannt aber und man wirbelt dennoch flink durch die Stadt.
Dass ein so kleiner Antrieb trotz knapp 1.100 Kilogramm Lebendgewicht und 48-Volt-Minimalhybridisierung kein Sparwunder sein wird, ist klar. Auf dem Papier sollen es 5,2 Liter sein, in der Realität und im vermutlich häufig gefahrenen Kurzstrecken-Stadtverkehr steht wohl meist eine 7 vorn. Das aber machen andere auch nicht besser. Sie haben eventuell nur mehr Leistung. Aber nochmals: Man kommt damit gut zurecht. Und wer doch mal die Autobahn-Langstrecke vor sich hat, absolviert diese im Hybrid entspannter als im Basis-Elektro mit seinem kleinen 21-kWh-Akku und einer Realreichweite von rund 150 Kilometern.